Elysium Roman 7 – Kapitel 5: Meeresgrund
February 2, 2024
Abigail erschrak, als sich die riesige, blütenweiße Kugelform langsam aus dem Dämmerlicht schälte, die an vier dicken Stahlmasten auf dem nächsten Plateaugipfel mit massigen Bolzen angeschraubt worden war. Die runde Form mochte für die Innenausstattung gewisse Komplikationen mit sich gebracht haben, sie war aber perfekt um den hier herrschenden Druck optimal über die ganze Konstruktion zu verteilen. Ihre Oberfläche bestand aus hunderten von aneinandergereihten Hexagonplatten, die eine spezielle schmutzabweisende Beschichtung haben mussten. Trotz aller mentalen Einstellung auf diesen Moment war der Anblick eines menschengemachten Bauwerks in der Tiefe des Ozeans nichts, worauf man sich wirklich hatte vorbereiten können. Es wirkte wie ein futuristischer Tempel einer längst untergegangenen Zivilisation. Die Programmiererin sah nach links und rechts zu ihren Kameraden, die unbeirrt auf die Basis zuschwammen und erhöhte dann ihre Geschwindigkeit um aufzuschließen. Der Abstand zum U-Boot war so berechnet, dass die Agenten die Strecke zu ihrem Ziel ohne große Anstrengung in circa zehn Minuten zurücklegen konnten. Die für große Tiefen optimierte Sauerstofflasche erlaubte eine Tauchzeit von insgesamt 40 Minuten um ihnen genügend Puffer zu geben. Abigail zwang sich zur Ruhe und konzentrierte sich wieder nur auf die monotonen Paddelbewegungen ihrer Beine, die sie der Basis näherbrachten, während die Luftblasen aus ihrem Mundstück nach oben rieselten. Es war fast geschafft, gleich würden sie das Plateau erreicht haben. Auf der linken Seite der Basis wurden schwache Scheinwerfer sichtbar. Laut Yannys Informationen musste dort die Anlegestelle für die U-Boote der PZN sein, die die Basis in regelmäßigen Abständen mit frischen Verbrauchsgütern und technischem Material versorgten. Höchstwahrscheinlich waren hier auch Außenkameras installiert, deswegen sollten sie sich von dieser Seite fernhalten und direkt auf die Unterseite der Kugel zusteuern.
Als Abigail es den anderen beiden gleich tat und sich nun langsam noch weiter absinken ließ, dabei eine leichte Rechtskurve einschlug, blickte sie kurz nach unten in die unendlich wirkende schwarze Schlucht, in die seit dem Anbeginn der Existenz der Meere kein einziger Lichtstrahl mehr gefallen war. Für einen Moment war es ihr als hätte sie dort etwas gesehen, als hätte sich etwas bewegt. Als wäre etwas weit unter ihnen mit hoher Geschwindigkeit vorbeigeschwommen. Etwas Graues, so groß wie ein Mensch, größer vielleicht. Seltsam ruhig wurde sie mit einem Mal. Das konnte nicht sein, oder? Das hatte sie nicht wirklich gesehen. Ihre Augen spielten ihr einen Streich und es war auch nicht weiter überraschend. Sie hatte nicht viel Erfahrung im Tauchen, aber die ganze Situation und der ungewohnte Druck, der hier unten auf ihren Organismus herrschte, konnte durchaus zu Halluzinationen führen. Hatten es die anderen beiden vielleicht auch gesehen? Wieder sah sie zu Harry und Yuri. Nein, keiner von ihnen schien etwas bemerkt zu haben. Dann lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken, als sie aus dem Augenwinkel unter sich erneut eine Bewegung bemerkte. Also gut, dann gab es vielleicht auf dieser Höhe eben Fische, die noch nicht entdeckt worden waren? Ein kleiner Wal, der auf der Jagd nach einem Tintenfisch zu tief geschwommen war? Bloß nicht länger darüber nachdenken.
Ihre Füße sanken auf das Plateau und direkt in eine Schicht aus abgestorbenen Algen und sich zersetzenden Überresten von Kot, die mit der schwachen Strömung nur langsam in alle Richtungen verteilt wurden. Die Ausscheidungen der Basis hatten sich schon über einige Zeit festgesetzt. Als sich die dunkelgrüne Wolke aus aufgewirbelten Partikel bis zu ihren Hüften aufbäumte, vergaß Abigail vor Ekel die eben gesehenen Bewegungen im Tal. Yuri stieß sich ab und schwamm hinauf zu der runden Öffnung der Basis, die sich genau wie beschrieben auf deren Unterseite befand. Als er den Eingang erreicht hatte, aktivierte er seine Lampe und beleuchtete auf diese Weise seinen Weg. Er kroch nach oben, indem er Arme und Knie an die Innenseite dieser für ihn engen Röhre drückte, Handbreit für Handbreit, vorsichtig. Als Yuri dann nicht mehr zu sehen war, gab Harry Abigail ein Zeichen nun ebenfalls mit dem Einstieg zu beginnen. Sie deutete zur Bestätigung einen Daumen nach oben und stieß sich vom Plateau ab, schwebte Yuri hinterher und folgte ihm in das Abwasserrohr. Als sie sich dann dicht hinter ihm befand konnte sie ein leises, monotones Summen vernehmen. Offensichtlich war dies die Höhe des Maschinenraums. Ungleich der Außenhülle der Kugel hatten sich im Inneren der Röhre durchaus Rückstände festgesetzt, an deren Herkunft sie lieber nicht denken wollte. Dennoch konnte sie die schleimigen Schichten durch ihre Handschuhe deutlich spüren und schüttelte sich. Leider war das Rohr für Schwimmbewegungen zu schmal. Es gab also keine andere Möglichkeit, sie mussten sich auf diese Weise nach oben hangeln. Als Abigail weit genug gekrochen war, folgte Harry unter ihr. So ging es einige Meter nach oben, bis Yuri schließlich innehielt. Anscheinend war er an der Ausgussklappe angekommen. Es dauerte ein paar Momente bis er sich in eine geeignete Position gebracht hatte, um dann die über ihm liegende Klappe mit Gewalt nach oben zu pressen. Es blubberte stark über Abigail, die wusste wie sehr sich der Hüne dort oben plagte. All die Anstrengung ohne richtig befreit Luft holen zu können. Es knirschte, dann splitterte etwas. Ein Geräusch als würde man mit einem Kettenfahrzeug über eine Glasflasche fahren, dann noch ein Knacken. Metallpartikel rieselten auf Abigail hinunter, gefolgt von einer braunen Wolke aus verdünnten Ausscheidungen. Ihr Körper war wie versteinert und sie wünschte sich, sie hätte einfach schreien können. Erst als Harry von unten gegen ihren Knöchel tippte, löste sich ihre Schockstarre. Sie sah nach oben. Yuri war nicht mehr zu sehen, der Lichtkegel seiner Lampe tauchte jedoch immer wieder in der Röhre auf. Erneut schien er dort oben irgendetwas kaputt zu schlagen. Abigail schob sich weiter hinterher und landete in einem durchsichtigen Tank aus Plastik, der nur noch zur Hälfte mit Wasser gefüllt war. Man konnte problemlos in ihm stehen. Die Ausscheidungen aller Toiletten in der Basis wurden hier hineingeleitet. Wenn sie sich im Tank genug verflüssigt hatten, in dem zu diesem Zweck immer ein gewisser Pegel an Meerwasser gehalten war, wurden sie hinaus in den Ozean gespült. Während Abigail Harry noch kurz beim Aufstieg half, schlug Yuri bereits mit mächtigen Hammerhieben auf die Tankwand ein, aus der schon ein paar größere Stücke herausgesplittert waren. Er hatte immer noch Taucherbrille und Mundstück an und das aus gutem Grund. Wenngleich das Tankwasser durch den eben außerplanmäßigen Spülvorgang nicht mehr all zu sehr verschmutzt war, so wollte er doch keinesfalls den Gestank dieses Behältnisses einatmen müssen. Nachdem Yuri mit seinem Hammer ein ordentliches Loch geschaffen hatte, nahm er die Hände zu Hilfe und brach einige weitere Stücke heraus. Dann schlängelte er sich hindurch und kletterte nach oben, stand nun auf dem Tank. Seine Hand tauchte in der Öffnung auf und er zog seine Kameraden nacheinander zu sich. Erst jetzt nahmen sie so schnell es ging ihre Tauchausrüstung ab. Von nun an würde es barfuß und einzig in ihren hautengen Neoprenanzügen weitergehen.
„Tut mir leid wegen Abwasser auf Kopf“, sagte Yuri und nickte Abigail lächelnd zu, die immer noch kein Wort gesprochen hatte und stoisch einen Handgriff nach dem anderen an ihrer Pressluftflasche verrichtete.
„Alles okay… ich habe ja gewusst was auf mich zukommt“, gab sie zerknirscht zurück. „Außerdem müssen wir die Basis wohl auch auf genau diesem Weg wieder verlassen. Dann wird es hoffentlich weniger eklig. Das Meiste von dem Zeug ist ja zum Glück schon draußen. Oh Gott, ich wünschte ich könnte jetzt einfach duschen…“ Yuri presste sich das Wasser aus dem Bart und tätschelte ihr dann sanft auf die Schulter.
„Mach’ keine Sorgen. Mit liebe Kollegin wie dir lasse ich mich gerne durch jedes Klo spülen“, erwiderte er und versuchte dabei aufmunternd zu klingen. Abigail grunzte daraufhin genervt und zog ihre Waffe aus dem wasserdichten Beutel. Offensichtlich hatte er nicht die richtigen Worte gefunden.
„Los jetzt!“, zischte Harry. „Bevor wir die Spülung betätigen können wartet noch ein gutes Stück Arbeit auf uns.“ Dann marschierte er schnurstracks auf die einzige Türe zu, öffnete sie einen Spalt und lugte hindurch. Er hatte nicht erwartet, dass sie abgeschlossen war. Wer würde ernsthaft damit rechnen, in der Tiefsee durch den Ausguss infiltriert zu werden? Die anderen beiden folgten ihm. Harry blickte in einen hell erleuchteten, gebogenen Gang und musste einige Male blinzeln, um sich an das Licht zu gewöhnen. Die Dämmerung war für seine lichtempfindlichen, roten Augen geradezu ideal gewesen. Jetzt musste er sich schnell umstellen. Die Kugelbauweise der Außenhülle setzte sich also auch hier im Inneren fort. Niemand war zu hören, also öffnete er die Türe weit genug um hindurch gehen zu können und schritt voran ohne lange nachzudenken. Sie verfügten über keinen Grundriss der Basis und hatten keine Ahnung, wo sich die Steuerungseinheit für Lazarus befand. Eine Richtung war deshalb so gut wie die andere. Mit einem kurzen Blick überprüfte Abigail den Bildschirm an ihrem Arm. Yanny wies immer noch keinerlei Verletzungen auf, das war ein gutes Zeichen. Links von ihnen tauchte eine nächste Türe auf, über der ein Schild mit kyrillischen Buchstaben angebracht war. Harry marschierte darauf zu ohne seine Geschwindigkeit zu verringern, wenngleich er nicht lesen konnte worum es sich handelte.
„Besprechungsraum“, rief ihm Yuri zu, der seine Aufmerksamkeit bis jetzt nach hinten gerichtet hatte um ungewollte Überraschungen früh genug erkennen zu können. Wieder hatten sie Abigail beim Vorrücken in ihre Mitte genommen, es war die gleiche Taktik wie damals in den U-Bahn-Schächten.
„Gut“, bestätigte Harry knapp, riss die Türe auf und stürmte hinein. Abigail sog die Luft scharf ein und biss sich auf die Unterlippe. Sie hatte Harry noch nie so unüberlegt und risikoreich agieren sehen. Wenn sie es nicht besser gewusst hätte könnte man meinen, er würde es geradezu darauf anlegen, möglichst schnell getötet zu werden. Der Raum in den Harry stürmte war überraschend groß gehalten. In dessen Mitte stand ein Tisch in C-Form mit etwa zehn Stühlen, daneben ein Overheadprojektor vor einer weißen Leinwand. Sein Blick fiel zuallererst auf eine Dame, die in einem blauen Overall mit militärischen Abzeichen gekleidet war. Sie sortierte einen Stapel an bedruckten Klarsichtfolien neben dem Projektor um einen Vortrag vorzubereiten. Augenblicklich hielt sie in ihrem Tun inne und schaute zum Eingang, sagte dann etwas auf Russisch. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich schnell von ratlos zu panisch. Harry wollte schon auf sie zulaufen um ihr den Mund zuzuhalten und sie damit abzuhalten andere zu alarmieren, als plötzlich links von ihm ein Soldat auftauchte, der ebenfalls eine solche Uniform trug. Als er Harry erblickte ging sein Griff sofort zur Pistole, die in einem an seinem rechten Oberschenkel angebrachten Holster steckte. Harry hatte sein Wakizashi allerdings viel schneller gezogen und durchschnitt mit einer blitzschnellen, fließenden Aufwärtsbewegung den Hals des Soldaten. Während dieser noch nach hinten taumelte und sich mit schreckgeweiteten Augen die Hände auf die blutende Kehle presste, sprang Harry schon auf den Tisch, machte einen weiteren Satz auf die Frau zu und hechtete sich mit einem dritten Sprung direkt auf sie. Abigail und Yuri, die soeben den Raum betraten, sahen wie Harry sich auf sie stürzte und mit sich riss, sodass beide auf dem Boden neben dem Projektor landeten. Ein gedämpftes Quietschen war zu hören. Yuri stapfte auf den gurgelnden Soldaten zu, der immer noch verzweifelt versuchte seine Halswunde zuzuhalten und dabei nun in der Mitte des gebogenen Tisches umhertaumelte. Harrys Schnitt war zwar auf lange Sicht tödlich aber aufgrund der kurzen Distanz wohl mit zu wenig Wucht ausgeführt worden und deshalb nicht sehr tief gegangen. Der Hüne holte aus und verpasste dem Soldaten einen Haken ins Gesicht, der den Mann von den Beinen holte und gegen den Tisch krachen ließ, woraufhin er zusammenbrach und dann regungslos liegen blieb. Abigail wandte schnell ihren Blick ab und zog die Türe hinter ihnen zu, damit möglichst keine Geräusche nach draußen auf den Gang dringen würden. Ihre Wangen glühten geradezu vor Aufregung und Adrenalin als sie ihren Colt zog um ihn griffbereit zu haben, falls dieser Raum gestürmt werden sollte.
Yuri lief an dem Tisch vorbei zu Harry, der die Frau auf dem Boden fixiert hatte. Mit der einen Hand hielt ihr der Straßensamurai den Mund zu um sie am Schreien zu hindern, während er mit der anderen die Klinge seines Kurzschwertes an ihre Kehle presste. Sie wimmerte, ihre Augen waren weit aufgerissen und sie schwitzte in Todesangst, getraute sich nicht sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Yuri stapfte nahe heran und baute sich direkt über ihrem Kopf auf. Ein längerer Blick auf ihre Uniform verriet ihm, dass die beiden nicht zu einer Spezialeinheit gehörten. Es handelte sich um normale Marinesoldaten, genauer gesagt als U-Boot-Besatzung ausgebildet. Das war ihre Chance. Reguläre Soldaten waren normalerweise nicht der gleichen Gehirnwäsche unterzogen wie die Spezialeinheiten der PZN. Von ihnen hätte man keine Informationen bekommen können, weil sie darauf vorbereitet waren wenn nötig auch zu sterben, nur um keine Geheimnisse preiszugeben. Yuri lächelte sanft, zog seinen Werkzeughammer aus dem Gürtel und sprach sie auf Russisch an.
„Hör mir jetzt genau zu Fähnrich: wir sind hier um an die Steuerungseinheit von Projekt Lazarus zu gelangen. Auf dem Weg dorthin werden wir jeden töten der sich uns entgegenstellt. Ganz gleich wen auch immer, ganz gleich wie viele auch immer. Wenn es nötig ist töten wir jeden in der ganzen Basis. Verstehst du? Wir werden keinen von euch am Leben lassen. Wir wissen was ihr vorhabt, wir wissen was euer Prototyp in Elysium anrichten soll und was das Ziel dieser Operation ist. Es ist also zwecklos irgendetwas abzustreiten. Wenn mein Kollege jetzt gleich die Hand von deinem Mund nehmen wird, ist das Erste und Einzige was du sagen wirst, welchen Weg wir zu der Steuerungseinheit einschlagen müssen. Sollte ich etwas anderes hören bist du die Nächste, die in die Ewigkeit auffahren wird. Habe ich mich klar ausgedrückt?“ Yuri flippte den Hammer in seiner Hand um seinen ruhig gesprochenen Worten eine weitere, besonders grausame Note zu verleihen. Die Frau wimmerte vor Angst und nickte, soweit es ihr unter Harrys Druck möglich war.
„Was jetzt? Was hast du ihr gesagt?“, fragte der.
„Nur die Wahrheit. Jetzt Hand von Mund nehmen, Dame gibt uns Wegbeschreibung“, erwiderte Yuri betont gelassen. Harry nahm seine Hand langsam von ihrem Mund und sie begann umgehend in einer gedämpften Lautstärke zu sprechen, wobei sie aufgrund der Einschüchterungen immer wieder unkontrolliert ins Stottern geriet. Alle Farbe war nun aus ihrem Gesicht gewichen.
„Ihr müsst dem Gang draußen so lange folgen, bis ihr zu einer Treppe kommt und dann hoch ins oberste Stockwerk. Soweit ich weiß, muss man um zu dieser Steuerungseinheit zu kommen den Weg direkt über die Kommandobrücke nehmen. Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen gibt es keinen anderen Zugang“, sprach sie bibbernd vor Angst.
„Sicherheitsmaßnahmen?“, fragte Yuri nach.
„Es… es sind nicht mehr so viele Soldaten hier, seit sie den Meteortrinker zu uns in die Basis gebracht haben. Sie sagten, er würde zu unserem Schutz ausreichen…“, beeilte sie sich zu antworten und schwitzte noch mehr als ihr im gleichen Augenblick gewahr wurde, wie absurd sich diese Erklärung anhören musste.
„Der… bitte was?“, hakte Yuri nach und zog die Augenbrauen hoch. Er hatte Mitleid mit ihr, aber wenn er jetzt auch nur für einen Moment zögerte oder Schwäche zeigte, konnte das den gesamten Einsatz gefährden.
„Bitte… ich weiß nicht was es damit auf sich hat. Sie haben den Mann vor ein paar Wochen in die Basis und dann gleich ins Labor gebracht, lange dort behalten. So ein muskulöser Blonder in einer schwarzen Uniform. Ich weiß auch nicht, er wirkt eigentlich völlig normal, isst auch mit uns in der Kantine. Allerdings hat er immer wieder Termine im Labor und bleibt manchmal tagelang dort, ohne dass wir ihn zu Gesicht bekommen. Den Namen >Meteortrinker< haben wir beiläufig einmal von den Wissenschaftlern gehört. Uns hat er sich nur als Tichon vorgestellt. Ich weiß wirklich nicht mehr, bitte glaubt mir. Ich weiß nicht, warum er so gefährlich sein soll und ganz alleine zwanzig Sicherheitskräfte ersetzt hat“, wimmerte sie. Yuri nickte langsam.
„Du kannst sie loslassen“, sagte er dann zu Harry, der dieser Anweisung umgehend nachkam. Die Frau blieb liegen und wagte nicht sich zu bewegen. Irgendetwas stimmte hier nicht. Eine weitere unbekannte Größe in diesem Einsatz, der ohnehin schon mehr als riskant war.
„Wie geht es weiter, was hat sie gesagt?“, drängte Harry.
„Ich erzähle gleich auf Weg. Große Scheiße diesmal nicht erst kommen, sondern schon hier auf Basis“, knurrte Yuri.
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