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Elysium Roman 3 – Kapitel 6: Tiefer hinein


Sie marschierten einige Zeit wortlos nebeneinander her und das gespenstische Hallen ihrer Schritte untermalte die ohnehin bedrückende Stimmung tief unten im Schacht. Nichts um sie herum regte sich bis auf die unregelmäßig flackernden Röhren an der Tunnelwand, die kaum genug Licht boten um zu sehen wohin man den Fuß setzte. Auch ohne die allgegenwärtige Bedrohung der Crawler wäre dieser Ort schon unheimlich genug gewesen. Yuri ließ die Gruppe in kleineren Abständen immer wieder anhalten und lauschen, ob sich ihnen vielleicht etwas oder jemand näherte ohne dass sie es mitbekamen. Er ging dabei vorneweg, während Harry die Nachhut bildete. Abigail zwang sich dazu ihre Taschenlampe einigermaßen ruhig zu führen und den Lichtkegel nicht ständig hastig durch die Gegend schweifen zu lassen. Sie hatte ihre Waffe bereits gezogen und hielt sie schussbereit unter dem Lampengriff angepresst.
„Müssten bald da sein“, brummte Yuri. „Da vorne ist Kurve. Wenn Schaffner hat recht, Einbuchtung nicht weit.“ Die Computerspezialistin hinter ihm machte nur ein bestätigendes Geräusch und kräuselte ihre trocken gewordenen Lippen. Sie hoffte inständig, dass sie dort eine passende Sicherung finden und diesen Weg nicht umsonst gegangen sein würden. Wenn sie ganz offen und ehrlich in sich hineinhorchte, bereute sie es nun doch ein wenig diesen Auftrag überhaupt erst angenommen zu haben. Das hier war etwas anderes als menschliche Gegner zu haben. Sie hatten hier nichts weniger vor als eine Bedrohung für die ganze Stadt auszuschalten und immer noch keine grobe Vorstellung davon, wie sie das anstellen konnten oder was sie erwarten würde. Das hier war eine andere Herausforderung als in ein Firmengelände einzubrechen oder sich auf einer Luxusyacht aufzuhalten. Es war grauenhaft, sie hatte es schlichtweg unterschätzt.
Als die drei schließlich langsam in die Kurve einbogen, verbreiterte sich der Weg nun fast um das doppelte und die Gangabzweigung, die ihnen der Schaffner beschrieben hatte, war schnell zu sehen. In einiger Entfernung machte der Weg dann eine starke Kurve nach rechts. Hinter dieser nächsten Kurve musste sich überraschenderweise eine größere Lichtquelle befinden, denn es strahlte von dort aus hell auf den vor ihnen liegenden Weg. Abigail ließ langsam ihre Waffe mit der Taschenlampe sinken und atmete hörbar aus.
„Was ist das da vorne? Das sieht wirklich sonderbar aus. Wir können doch nicht schon bis zur nächsten Station gegangen sein?“, überlegte sie. Nein, das war tatsächlich nicht möglich denn das Netz war nicht sehr engmaschig gehalten, die Abstände zwischen den einzelnen Stationen ohnehin viel zu weit.
„Vielleicht eine Baustelle?“, schätzte Harry und schaute noch einmal kurz hinter sich um sicherzugehen, dass ihnen niemand gefolgt war.
„Ja vielleicht… Aber hieß es nicht, die Techniker trauen sich kaum noch hier runter?“, entgegnete sie. „Irgendjemand müsste die Generatoren für die Beleuchtung am Laufen halten.“
„Lasst uns holen Sicherung und dann zurück“, winkte Yuri gelangweilt ab. „Scheiß auf Baustelle. Glaube nicht das wird sein Kiosk mit Getränke – und wenn nichts ist mit Getränke, mich nicht interessiert.“ Die anderen beiden nickten bestätigend. Es war sicher besser wenn sie zum Beispiel mit dem erwähnten Lüftungsschacht aus der Polizeiakte den wirklich konkreteren Spuren nachgehen würden, anstatt hier so offen wie auf dem Präsentierteller durch das Tunnelsystem zu wandern und nach allen Seiten hin angreifbar zu sein. Als sie in die Abzweigung einbogen und damit den Schienenweg hinter sich ließen, fiel ihnen sofort auf, dass in diesem Gang das Licht gänzlich ausgefallen war. Auch Harry hatte hier Orientierungsprobleme. Seine Augen konnten zwar sehr gut mit geringem Restlicht umgehen, hier jedoch herrschte völlige Dunkelheit. Sie waren noch nicht weit gekommen, als ihnen ein höchst unangenehmer Geruch süßlicher Verwesung entgegenschlug. Als dieser noch stärker wurde, suchten sie den Boden mit den Lichtkegeln ihrer Lampen genauer ab und fanden die Quelle dieses Gestanks recht schnell anhand der Geräusche von allerlei Ungeziefer. Abigail wandte sich von dem Anblick der Überreste des toten Bahnmitarbeiters sofort ab, der dort auf dem Boden lag und drückte Harry wortlos ihre Lampe in die Hand. Yuri hingegen marschierte scheinbar unbeeindruckt auf diese Überreste zu, während die aufgeschreckten Kakerlaken und Ratten in alle Richtungen von dem Körper davonrannten.
„Bitte sag mir jetzt nicht, dass er diese Leiche durchsuchen will…“, flüsterte Abigail mit zitternder Stimme zu Harry und traute sich immer noch nicht, wieder in dessen Richtung zu sehen.
„Hab gesehen schon Schlimmeres. Ist ja nicht mehr so viel da von ihm“, erklärte sich Yuri trocken, der ihren Kommentar durch die hier unten herrschende Stille trotzdem hatte hören können. Es stimmte: der Mann war höchstwahrscheinlich von den Crawlern größtenteils verspeist worden und so wie es aussah schätzte Yuri, war dies vor etwa zwei Wochen geschehen. Langsam ließ er seine Hand mit spitzen Fingern in die Taschen der gelben Sicherheitsweste mit den reflektierenden Streifen und dem aufgedruckten Logo der Verkehrsgesellschaft gleiten, förderte schließlich neben einer Brieftasche auch einen Schlüsselbund zutage. Mit einer kurzen Bewegung warf er Harry die Schlüssel zu, der diese dann wiederum in seiner Tasche verstaute. Ein Blick in die Brieftasche genügte und Yuri fand den Ausweis des Mannes, steckte diese dann in seinem Rucksack. Wenn sie wieder an der Oberfläche waren, würde er sie wahrscheinlich am besten ihrem Auftraggeber übergeben. Sollte sich doch die Mordkommission um den Rest kümmern.
„Ich könnte vielleicht schnell vorgehen und schauen ob eine Sicherung da ist?“, fragte Harry in die Runde. „Wenn ich jetzt ohnehin den Schlüsselbund von dem Mann habe, sollte das ja hoffentlich kein Problem darstellen.“
„Bist du verrückt?“, fuhr ihn Abigail an und war erschreckt über den lauten Hall ihrer Stimme. Sie hatten während der ganzen Zeit nur mit geringer Lautstärke gesprochen, doch die Anspannung hatte sie diesen Satz hervor poltern lassen. „Hast du denn noch nie Horrorfilme gesehen? Immer wenn sich die Hauptpersonen aufteilen, geschieht irgendetwas Schlimmes oder die Monster holen sich alle einzeln“, fügte sie nun mit gepresster Stimme hinzu.
„Sind das auch die, in denen bevorzugterweise Frauen mitten in der Nacht barfuß und nur mit einem dünnen Hemd bekleidet vor die Haustüre gehen um nachzusehen, woher die furchteinflößenden Geräusche kommen?“, entgegnete Harry und konnte sich ein kurzes Grinsen nicht verkneifen. „Außerdem sind wir hier nicht in einem Horrorfilm.“
„Nein, das stimmt“, bestätigte Abigail und zeigte auf den Kadaver des Mannes. „Das hier ist viel schlimmer.“
„Vielleicht das keine schlechte Idee ist“, überlegte Yuri. „Du hast jetzt Taschenlampe und Schlüssel, bist der Schnellste von uns. Wir schon haben verloren einige Zeit.“
„Eben. Ich bin gleich zurück“, nickte Harry und joggte umgehend los, hinein in das schwarze Nichts. Schon nach wenigen Momenten sah man nur den wackelnden Lichtkegel seiner Taschenlampe.
„Ihr macht mich fertig, wisst ihr das?“, seufzte Abigail und umklammerte den Griff ihrer Waffe noch fester. Sie sahen ihm nach, als er schließlich in einiger Entfernung ein weiteres mal in eine Kurve einbog und die Dunkelheit ihn gänzlich verschluckte.
„Probier noch mal Telefon“, schlug Yuri vor um Abigail ein wenig von ihren düsteren Gedanken abzulenken. Sie nickte und holte das Mobiltelefon erneut aus ihrem Rucksack, wählte die Nummer des Hauptquartiers und wartete. Nach einem kurzen Anklingeln rauschte es nur aus dem Hörer. Missmutig schob sie die Antenne wieder ein. „Keine Chance“, murmelte sie zu dem Hünen, woraufhin der mit dem Kopf schüttelte.
„Scheiße Technik…“, begann er, zog aber plötzlich blitzschnell seine Pistole und zielte in die Richtung des Ganges, aus dem sie gekommen waren. Abigail erschrak, hatte es auch gehört und riss sofort ihre Waffe hoch, um in die gleiche Richtung zu zielen. Durch die hastige Bewegung fiel ihr das Telefon aus den Händen und mit einem lauten Knacken auf den Boden. Sie biss die Zähne zusammen und unterdrückte einen Fluch. Irgendetwas war da hinten im Schacht mit den Schienen vorbeigelaufen. Durch die hallenden Geräusche war sie sich nicht sicher, ob es nicht vielleicht sogar mehrere Personen gewesen sein konnten. Eine gefühlte Ewigkeit standen sie so mit den Waffen im Anschlag da und das Blut rauschte Abigail ihren Ohren. Sie traute sich kaum zu atmen. Jedoch geschah nichts verdächtiges mehr und auch das Geräusch des fallenden Telefons war wohl vollkommen unbemerkt geblieben. Hatten ihnen am Ende nur ihre überreizten Sinne einen Streich gespielt? Yuri ließ langsam seine Pistole wieder sinken.
„Wahrscheinlich Ratten“, brummte er.
„Ja, hoffentlich“, hauchte Abigail und hob das Telefon wieder auf, um es zurück in den Rucksack zu stecken. Glücklicherweise schien es bis auf ein paar Kratzer unbeschädigt zu sein. Ein paar Minuten später tauchte endlich Harrys Lichtkegel aus der anderen Richtung wieder auf, als er sich ihnen in leichtem Lauf näherte. Die Computerspezialisten lächelte erleichtert. Immerhin war ihm nichts passiert. Hoffentlich war er bei seiner Suche fündig geworden. Die beiden beobachteten den Lichtkegel, der hastig durch die Gegend fuchtelte und ihnen immer schneller entgegenkam. Das war kein leichter Lauf, irgendetwas stimmte hier nicht. Abigail sah zu Yuri, der es ebenso bemerkt hatte und erneut seine Waffe entsicherte.
„Ich hab sie am Arsch hängen!“, schrie ihnen Harry von Weitem entgegen. Dann konnten sie erkennen, dass er sein gezogenes Schwert in der Hand hatte und damit wie von der Tarantel gestochen zu ihnen rannte. Als der Lichtkegel seiner Lampe kurz nach oben zeigte, konnten sie für den Bruchteil einer Sekunde erkennen, wie eine humanoide schwarze Gestalt an der Tunneldecke über Harry auf allen Vieren hinweg rannte und sich dann vor ihm zu Boden fallen ließ. Seine Reaktion war schnell genug und er wich dem Wesen aus, verschwendete keine Zeit auf einen Kampf, rannte weiter. Als Yuri in seine Richtung leuchtete konnten sie schwach erkennen, warum ihr Kamerad sich auf keine Auseinandersetzung eingelassen hatte. Etwa sechs oder sieben dieser Wesen waren ihm direkt auf den Fersen.
„Crawler!“, schrie Harry keuchend. Yuri brachte seine Waffe in den Anschlag. Er musste ihm Zeit verschaffen und in diesem unbeleuchteten Tunnel konnten sie unmöglich gegen eine solche Übermacht kämpfen. Sie würden zumindest den Bereich mit den Schienen erreichen müssen, um ihre Gegner besser sehen zu können und um überhaupt eine Chance zu haben, das Ganze zu überleben.
„Lauf zurück“, befahl er Abigail. Sie hatte seine Gedanken erraten. Er würde versuchen, Harrys Verfolger für eine gewisse Zeit aufzuhalten und sie war die langsamste Läuferin in der Gruppe. Ohne Widerrede startete sie sofort los, um mit zitternden Händen zurück zu dem Tunnel zu laufen aus dem sie gekommen waren. Yuri hingegen wartete noch ein paar Momente ab, bis er sich einigermaßen sicher sein konnte Harry nicht zu treffen, wenn er gleich das Feuer eröffnen würde. Als es ihm gelang den Lichtkegel auf einen der Verfolger zu halten atmete er ruhig und bedächtig aus, konzentrierte sich, versuchte den Bewegungsablauf der Kreatur abzuschätzen. Dann drückte er ab. Der Schuss war perfekt gesetzt und die Kugel durchschlug den Brustkorb des grotesken Wesens, das dabei einen markerschütternden Schrei ausstieß. Aus vollem Lauf überschlug es sich einige Male und blieb regungslos auf dem Boden liegen. Die anderen Crawler schienen plötzlich für einen Moment inne zu halten und die Verfolgung abbrechen zu wollen. Als sie jedoch realisierten was geschehen war, setzten sie sich erneut in Bewegung. Für einen weiteren Schuss blieb Yuri jedoch keine Zeit, denn Harry hatte ihn nun erreicht und blieb natürlich nicht stehen. Sie rannten nun gemeinsam hinter Abigail her. Die Crawler begannen, gurgelnde Schreie hinter ihnen auszustoßen. Immerhin gelang es ihnen, sie weiterhin ein paar Meter auf Abstand zu halten. Sie würden den Gang mit den Schienen gleich wieder erreicht haben. Ihre zierliche Kameradin, die ihrerseits noch einige Meter vor ihnen lief, rief nach hinten:
„Wohin? Was machen wir? Links oder rechts?“ Yuri überlegte kurz und schrie dann nur:
„Nach links!“
„Okay“, bestätigte Abigail schnaufend. Es war wahrscheinlich wirklich die bessere Wahl, auf die unbekannte Lichtquelle zuzulaufen anstatt zurück in den düsteren Gang, aus dem sie gekommen waren. Die Crawler hingegen holten Stück für Stück weiter auf. Als sie die Schienen erreicht hatten, bogen sie umgehend nach links ein und rannten weiter so schnell sie ihre Beine trugen, weiter auf die Lichtquelle zu.
„Scheinwerfer!“, rief Abigail laut, die als erstes um die nächste Kurve gebogen war. Harrys Lunge brannte mittlerweile vor Anstrengung. Wenn sie alle das erhellte Areal erreicht hatten, würde er kämpfen müssen. Noch länger wegzulaufen war schlichtweg nicht sinnvoll. Diese Wesen schienen nicht die geringsten Konditionsprobleme zu haben oder sich in irgendeiner Weise abschütteln zu lassen. Als auch Yuri die nächste Kurve genommen hatte, staunte er nicht schlecht. Der Tunnel führte nunmehr völlig gerade weiter. Auf der rechten Seite befand sich in ungefähr 50 Metern Abstand eine große Stahltüre an der Wand, über der zwei Scheinwerfer angebracht waren, die nach links und rechts in den Gang strahlten. Aus dieser Richtung kamen ihnen zwei Männer in roten, militärisch wirkenden Overalls und Maschinenpistolen im Anschlag entgegen gelaufen.
„Hilfe, wir werden verfolgt!“, schrie ihnen Abigail entgegen in der Hoffnung, die beiden würden sie bei ihrem Kampf unterstützen.
„Crawler?“, rief einer der Männer zurück. Seine Frage wurde jedoch umgehend beantwortet, als eines der Wesen sich von der Decke genau auf ihn herabfallen ließ. Entweder hatte er die TRAP-Agenten kopfüber rennend überholt und sie hatten ihn nicht bemerkt, oder er hatte bereits dort in der Nähe gelauert. Der Mann brach in Panik aus und schrie kläglich, als er durch das Gewicht des fallenden Crawlers zu Boden gerissen wurde. Dieser klammerte sich unerbittlich an seine Schultern und verbiss sich sofort in seinen Hals. Der Mann nahm die Hände von seiner Waffe und versuchte den Angreifer von sich wegzudrücken, was ihm jedoch nicht zu gelingen schien. Harry mobilisierte nochmal alle seine Kräfte, überholte Yuri in vollem Lauf und rannte direkt auf die beiden Kämpfenden zu. Er würde versuchen, den Mann mit einem gezielten Schwerthieb von seinem Peiniger zu befreien. Der Hüne hingegen drehte sich nun um, um sich den Verfolgern zu stellen. Er hatte aber nicht damit gerechnet, dass sich einer der Crawler bereits direkt hinter ihm befand. Während er seine Pistole hochriss konnte er noch wahrnehmen, dass es sich hierbei um ein ungewöhnlich großes Exemplar handelte. Auch auf dessen Körper mit der sonderbar schwarzen, geradezu verbrannt scheinenden Haut waren einige dieser fremdartigen Schriftzeichen zu sehen, die Yuri schon von den Polizeifotos her kannte. Sehr gut, dachte er so bei sich. Er würde diesen Crawler überhaupt nicht verfehlen können. Genau in dem Augenblick, als er den Abzug betätigte, entmaterialisierte sich das Wesen jedoch vor ihm zu einem nebelartigen Wabern in der Luft und raste mit unaussprechlicher Geschwindigkeit direkt durch Yuri hindurch. Etwa drei Meter hinter ihm setzten sich die Partikel der Gestalt wieder zusammen und der Crawler erschien erneut mit einem ploppenden Geräusch. Yuri hingegen wusste nicht wie ihm geschah, als der Crawler in dieser nebelartigen Form durch in hindurch sauste. Zuerst fühlte er nichts, Augenblicke später jedoch stieg schon eine ungeheure Übelkeit in ihm auf und er hatte plötzlich einen grässlich metallischen Geschmack im Mund. Nur mit Mühe gelang es ihm, sich nicht zu übergeben. Er durfte jetzt keinesfalls das Bewusstsein verlieren, die nächsten Wesen erreichten ihn bereits. Hinter ihm hallten die Schreie der anderen durch den Tunnel und Schüsse dröhnten. Er visierte einen von den kommenden Crawlern an und drückte ab. Allerdings bekam er nicht mit ob er getroffen hatte, spürte plötzlich einen heißen Schmerz am linken Oberschenkel. Als er nach unten sah erschrak er. Eines der kleineren Exemplare hatte sich ihm von der Seite her genähert und sein Bein umklammert, seine Zähne durch seine Hose bis aufs Fleisch gegraben. Yuri reagierte sofort, packte das Wesen am Hals und schlug mit dem Griff seiner Pistole mit aller Kraft dreimal auf den Schädel des Wesens ein, dessen Schädeldecke dabei aufbrach als würde sich Yuri ein Frühstücksei mit einem Löffel aufklopfen. Dann rammte er den Lauf der Pistole direkt tief in die Augenhöhle des Wesen und drückte ab. Als sich der Kopf des Crawlers dadurch in einem lauten Krachen stückweise auf dem Boden verteilte, ließ dessen Kiefer endlich locker und Yuris Oberschenkel war wieder frei.
„Bis gerade eben noch Kindergarten war, jetzt ich bin richtig sauer“, knurrte er. Ihm blieb jedoch keine Zeit für eine Atempause. Abigail schrie hinter ihm verzweifelt auf. Er drehte sich sofort um und versuchte, sich ein Bild der Lage zu verschaffen. Chaos herrschte. Harry kämpfte gerade mit einem der Crawler, der geschickt seinen Schwerthieben auswich. Einer der beiden Männer und ein paar dieser Wesen lagen bereits tot am Boden. Anscheinend hatte die Computerspezialistin ihre Waffe leer geschossen und wurde nun von einem der Angreifer hinten an der Stahltüre in die Ecke gedrängt. Ohne zu zögern rannte Yuri los und warf seine Pistole dabei weg. Auf die kurze Distanz und in dem Gemenge konnte er es nicht riskieren, seine Kameradin zu verletzen. Stattdessen riss er sein frisch geschliffenes Kampfmesser aus dem Gürtel und brüllte wie ein wild gewordener Berserker. Diese Viecher würden ihn gleich erst noch richtig kennenlernen.


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